Meine Geschichte

Heike Apitzsch-Friedrich als Kind Am 18. April 1970 wurde ich in Karl-Marx-Stadt, heute Chemnitz, geboren.
Die ersten zehn Jahre meines Lebens wuchs ich in einem Ort mit dem klangvollen Namen St. Egidien auf. Meine Eltern waren beide voll berufstätig und persönlich nicht sportlich aktiv. Mit dreieinhalb Jahren fuhr ich mit meinem Großvater in das nächste Schwimmbad nach Glauchau, um Schwimmen zu lernen.
Das war einfacher gesagt als getan und wäre da nicht viel gutes Zureden und die eine oder andere Gefälligkeit seitens meiner Eltern und Großeltern gewesen, hätte ich das Schwimmen zu dem Zeitpunkt nicht gelernt. Hier trifft das Sprichwort "Aller Anfang ist schwer" voll und ganz zu und die Trainer von damals wollten mich am liebsten wieder nach Hause schicken. Irgendwie habe ich es dann doch geschafft und wurde im Trainingszentrum Glauchau aufgenommen.
Allmählich fand ich Gefallen an dem kalten Nass und wollte mit zehn Jahren unbedingt an die Kinder- und Jugendsportschule nach Karl-Marx-Stadt. Dort trainierten viele erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler in den unterschiedlichsten Sportarten, und genau da wollte ich auch sein. Die erste Zeit war sehr schwer für mich. Das Leben im Internat, das viele Training, die Schule und die Wettkämpfe waren eine große Umstellung und eine riesige Herausforderung. Wir trainierten am Tag 12-15km dazu kam noch diverses Athletiktraining und nicht zu vergessen das ganz normale Schulpensum. Noch heute kann ich mich gut an das Gefühl erinnern, früh um 7:00 Uhr in das kalte Wasser zu springen und ein zweistündiges Training zu absolvieren. Meine Motivation holte ich mir bei schon erfolgreichen Schwimmerinnen, die im gleichen Schwimmbecken trainierten.
Mit 13 Jahren kam ich in die Trainingsgruppe der ganz "Großen". Olympiasieg 1988 Bald stellten sich auch internationale Erfolge ein und die ganze Schinderei sollte sich lohnen. 1984 wurde ich 4-fache Junioren-Europameisterin und kurz darauf schwamm ich mit drei weiteren Mädels in der 4x100m Freistil-Staffel in Moskau meinen ersten Weltrekord. Nun war ich auf der Internationalen Schwimmbühne ganz oben angekommen.
In den Jahren darauf folgten Europameisterschaften und Weltmeisterschaften. Wenn man einmal ganz oben steht, will man das immer wieder. Die Olympischen Spiele 1988 krönten dann meine sportliche Karriere mit dem Olympiasieg über 200m Freistil. 1991 beendete ich meine aktive sportliche Laufbahn.

Nach meiner Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel in Bayreuth wurde ich von dem japanischen Schwimmclub angefragt. Sie suchten eine erfolgreiche Sportlerin zur Repräsentation ihres Clubs in ganz Japan. Bis zu dem Zeitpunkt hatte ich nie darüber nachgedacht, als Trainerin oder gar im Ausland zu arbeiten. Jedoch nach nur 30 Minuten fand ich das Angebot ganz interessant und sagte spontan zu. Im November 1992 ging es auf nach Japan. Hier durfte ich nun die nächsten drei Jahre meines Lebens verbringen. Es war wahnsinnig aufregend und spannend, das Land, die Leute und vor allem die Lebenskultur kennenzulernen. Ich lerhte Kindern und Erwachsenen das Schwimmen, trainierte eine Leistungsgruppe, hielt Vorträge, gab zahlreiche Interviews für Zeitungen, Zeitschriften und TV-Sender. Das Interesse an mir als erfolgreiche Schwimmerin war in Japan sehr groß. Dadurch hatte ich die Gelegenheit, ganz Japan von Hokkaido bis Kyushu zu bereisen und je besser mein Japanisch wurde, umso interessanter wurde es für mich. Ob es ein Wettschwimmen mit japanischen TV-Komödien oder zum Meeresbuchtschwimmen in Kagoshima war, wo ich dann offiziell als Freundschaftsbotschafterin ernannt wurde.

Joerg Stingl und Heike Apitzsch-Friedrich 1995 im November ging ich wieder nach Deutschland zurück, jedoch die Verbindung und die Liebe zu Japan sind bis heute geblieben und ich freue mich schon auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio.

Auch heute spielen in meinem Leben Sport und eine gesunde Ernährung eine sehr große Rolle, denn aus meiner Sicht sind das die Grundvoraussetzungen für ein glückliches Leben. Ich koche gern, vor allem auch japanisch und kreiere neue Gerichte. Durch meinen eigenen Drang zu Sport und Bewegung versuche ich auch, andere zu animieren und zeige ihnen, wie gut das tut.

Ich versuche, durch mein Engagement, wie zum Beispiel in der "Kinder- und Jugendstiftung Johanneum", als Patin für "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" oder auch in der Unterstützung als Schirmherrin für das Projekt "Inselman 2017" einen kleinen Beitrag für eine glückliche Welt zu leisten.